Inhaltsverzeichnis
- Intro
- 1. Themenfindung und Themenbegründung
- 2. Beschreibung und Begründung der Zielgruppe
- 3. Pädagogische Zielsetzung
- 4. Sachanalyse: Auseinandersetzung mit dem Thema
- 5. Die Vorbereitungen des Angebotes
- 6. Verlaufsplanung
- Quellenangaben
Bereich: Körper, Bewegung und Gesundheit
Förderung der sozialen Kompetenzen zur Stärkung des Gruppenzusammenhalts der Vorschulkinder durch das psychomotorische Kooperationsspiel „Personentransport“.
“Auf die Plätze, tragen, los!“
Zwei der Mitspieler sollen eine dritte Person (zuerst die kleinste) über eine festgelegte Strecke tragen. Am Ende der Strecke findet ein Rollenwechsel statt. Die Teilnehmer können selbst ausprobieren, wie es gehen kann. Variationen: Die Art des Tragens kann vorgegeben werden. Oder der Mitspieler wird nicht getragen, sondern z. B. auf einer umgedrehten Teppichfliese sitzend gezogen. (Möllers und Krebs. 2023, S. 147).
Basierend auf Wahrnehmendes Beobachten in der Einrichtung Kita Panini e.V.
Verfasst von Martin L. N.
Klasse FSU24-8a
1. Themenfindung und Themenbegründung
1.1 Beobachtung in der Kita Panini e.V.
Während meines Praktikums in einer Kita habe ich beobachtet, dass besonders ein Kind, Max (5,6 Jahre, Name geändert) ein starkes Bedürfnis nach Nähe und sozialer Interaktion gezeigt hat. Max liebt es sich zu bewegen und hat regelmäßig auch in Eigeninitiative neue Dinge im Bereich Spiel und Bewegung ausprobiert. Gleichzeitig zeigten sich in der Gruppe Herausforderungen im sozialen Miteinander, indem vor allem Max Schwierigkeiten hatte, Regeln einzuhalten, sich in andere hineinzuversetzen oder Konflikte gewaltfrei zu lösen, was zu häufigen Streitigkeiten über Spielzeug oder Spielabläufe geführt hat und dazu beigetragen hat, dass manche Kinder nicht mehr mit Max spielen wollten.
1.2 Warum ist es mir wichtig, dass sich die Kinder mit diesem Thema auseinandersetzen?
„Eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Kinder sich auf diese ganzheitliche Weise wohl fühlen, ist es, die Kita als Ort zu gestalten, in dem die Kinder sicher und eingebunden sind und an dem sie sich mit sich selbst und ihrer Umwelt auseinandersetzen können. Hier können sie ihre gesundheitsbezogenen Kompetenzen weiterentwickeln, wenn sie Gelegenheiten für einen bewussten Umgang mit ihren Gefühlen und Empfindungen erhalten, positive Bindungserfahrungen machen und verlässliche und vertrauensvolle Beziehungen erfahren. Das Zusammenleben in der Kindergemeinschaft stärkt Kinder dabei, mit Konflikten konstruktiv umzugehen und bietet die Erfahrung sozialer Anerkennung.“ (Hamburger Bildungsleitlinien für die pädagogische Arbeit in Kitas, S. 31) Ich möchte im folgenden Angebot die Methoden der Psychomotorik nutzen um die sozialen Fähigkeiten der Kinder in der Gruppe weiterzuentwickeln. Diese helfen ihnen, gute Beziehungen zu anderen Kindern aufzubauen und zu pflegen. Sie sollen Empathie, Bereitschaft zur Zusammenarbeit und Kommunikationsfähigkeit lernen. Diese Fähigkeiten sind wichtig für ihr weiteres Leben. Durch ein Angebot, das Bewegung und soziales Lernen verbindet, können die Kinder diese Fähigkeiten erweitern und gleichzeitig ihr Selbstvertrauen und ihr Wohlbefinden in der Gruppe stärken. (vgl. Möllers und Krebs. 2023, S. 137)
1.3 Entwicklungspädagogische Begründung
Kinder im Alter von fünf bis sechs Jahren befinden sich nach Jean Piaget in der präoperationalen Phase, in der sie ihr symbolisches Denken weiterentwickeln, aber erst langsam beginnen, die Perspektiven anderer zu verstehen. Das bedeutet, dass sie oft noch egozentrisch geprägt sind, also die Welt hauptsächlich aus ihrer eigenen Sicht wahrnehmen. (vgl. Stufen der kognitiven Entwicklung, Präoperationale Phase). Durch psychomotorische Aktivitäten können Kinder in diesem Entwicklungsstadium ihre kognitiven und sozialen Fähigkeiten erweitern, indem sie durch Bewegungsspiele, die Kooperation erfordern, neue Erfahrungen sammeln und ihre bestehenden Denkschemata erweitern (Assimilation und Akkommodation). Sie lernen, dass andere Personen eigene Bedürfnisse und Perspektiven haben, und üben, darauf einzugehen, was ihre Fähigkeit zum Perspektiwechsel fördert und einen wichtigen Schritt in ihrer kognitiven Entwicklung darstellt. (vgl. Möllers und Krebs. 2023, S. 137)
2. Beschreibung und Begründung der Zielgruppe
2.1 Teilnehmer
Für die Teilnahme an meinem Angebot zum Thema „Personentransport“ möchte ich die Vorschulkinder aus der Elementargruppe gewinnen (Namen geändert)
Max (5,6 Jahre, männlich)
Er ist derjenige, der ab und zu ausgegrenzt wird und der teilweise aggressives Verhalten zeigt. Er wäre gerne ein Anführer. Er ist sehr energetisch, bewegt sich gerne und ist sehr erfinderisch was die Nutzung und Kombination von vorhandenen Spielzeugen angeht. Er kann sich deutlich und klar ausdrücken, hat aber häufig Motivationsprobleme und fängt häufig Streit über z.B. Spielzeug an, was andere Kinder eher abschreckt.
Bobby (6 Jahre, männlich)
Er nimmt am Angebot teil, weil er eine Vorbildfunktion in der Gruppe hat. Wenn Bobby mit einem Kind spielt, ist es automatisch mit in die Gruppe integriert. Er ist für sein Alter sehr fair und empathisch, bewegt sich gerne und hat dementsprechend auch viel Energie. Auch Bobby ist, wie Max, sehr erfinderisch und hat immer gute Ideen wie man Probleme lösen kann und altes Spielzeug auf neue Arten einsetzen kann.
Leon (5,1 Jahre, männlich)
Leon ist eng mit Bobby befreundet. Auch Leon ist ähnlich beliebt bei den anderen Kindern. Er ist etwas jünger als die anderen beiden, aber auch sozial und empathisch wie Bobby. Sein kleiner Bruder(1,7) geht in die Krippengruppe der gleichen Kita. Leon kümmert sich sehr liebevoll um ihn. Leon ist oft ein bisschen draufgängerisch und eher furchtlos und probiert gerne neue Dinge aus.
2.2 Begründung für die Auswahl und pädagogische Sinnhaftigkeit
„Die Gruppenzusammensetzung sollte von positiv wirksamer Heterogenität geprägt sein, um die Teilnehmer die Vielfalt der Verhaltensmöglichkeiten erleben zu lassen. Astrid Krus spricht in diesem Zusammenhang von einer gewünschten Entwicklungs- und Erfahrungshomogenität der Teilnehmerinnen bei gleichzeitiger Heterogenität in der handelnden Auseinandersetzung“ (Möllers und Krebs. 2023, S. 138).
Die Elementargruppe ist auf ihre emotionale Reife bezogen sehr heterogen. Bobby und Leo können ihre Emotionen besser regulieren und sind empathischer als Max, sind aber noch nicht in der Lage sich vollständig in Max Perspektive zu versetzen. Ich konnte beobachten, dass Max oft von den anderen Kindern ausgeschlossen wird, da er intensiv versucht, seine Ansichten und Lösungen durchzusetzen und wenig Kompromissbereitschaft zeigt. Das fördert die Ausgrenzung von Max durch Bobby und Leon noch mehr und fördert so aggressives Verhalten seitens Max. In angeleiteten Gruppenaktivitäten, in denen die Regeln klar definiert sind, tritt dieses Verhalten weniger auf als im freien Spiel. Da sich alle Vorschulkinder in der Gruppe sehr gern und ausgiebig bewegen, halte ich ein angeleitetes und klar strukturiertes Bewegungsangebot für förderlich. Indem sie ein Spiel spielen, welches keine individuellen Hilfsmittel oder Spielzeuge benötigt und in dem es klar um Kooperation geht, kann man im Vorfeld möglichst viele Aspekt, die einen negativen Einfluss haben könnten, wie Streit um Spielzeug oder die Ausgrenzung einzelner Kinder, ausschließen. Bobby und Leon sind sehr beliebt in der Kita und die quasi Anführer der Elementargruppe. Wenn Max eine Bindung zu den beiden entwickeln kann, könnte das sein Selbstwertgefühl positiv beeinflussen und seinem aggressiven Verhalten entgegenwirken. Bobby und Leon können ebenso ihre Beziehung zu Max verbessern, vielleicht sogar eine Bindung zu ihm aufbauen und ihn so fester in die Gruppe integrieren, wodurch sie motivierter wären Max Perspektive einzunehmen und seine Ansichten und Gefühle mehr zu berücksichtigen.
3. Pädagogische Zielsetzung
3.1 Grobziel:
Die Kinder stärken durch das kooperative Spiel „Personentransport“ ihre sozialen Kompetenzen, indem sie gemeinsam Lösungen finden, effektiv miteinander kommunizieren und dadurch den Gruppenzusammenhalt fördern.
3.2 Feinziele:
Kooperative Planung und Durchführung
Die Kinder erarbeiten innerhalb von ca. 10 Minuten gemeinsam einen Plan zum sicheren Transport eines Kindes und setzen diesen erfolgreich um.
Spezifisch: Die Kinder entwickeln gemeinsam einen Plan zum sicheren Transport eines Kindes.
Messbar: Das Ziel ist erreicht, wenn sie innerhalb von ca. 10 Minuten einen gemeinsamen Plan erarbeiten und diesen erfolgreich umsetzen.
Attraktiv: Die Aufgabe entspricht den Fähigkeiten der Kinder und fördert ihre kooperative Planung.
Relevant: Kooperative Planung fördert soziale und kognitive Fähigkeiten, was für ihre Entwicklung wichtig ist.
Zeitgebunden: Umsetzbar innerhalb des Zeitrahmens des Angebots.
Effektive Kommunikation
Während des Spiels kommunizieren die Kinder effektiv miteinander, indem jedes Kind konstruktive Beiträge leistet, um das gemeinsame Ziel zu erreichen.
Spezifisch: Die Kinder kommunizieren effektiv während des Spiels.
Messbar: Jedes Kind leistet mindestens einen konstruktiven Beiträge zur Gruppenkommunikation.
Attraktiv: Das ist im Rahmen der Aktivität realistisch und fördert ihre Kommunikationsfähigkeit.
Relevant: Effektive Kommunikation ist zentral für Zusammenarbeit und soziale Interaktion.
Zeitgebunden: Umsetzbar innerhalb des Angebots.
Empathisches Verhalten und Perspektivübernahme
Die Kinder zeigen während des Transports empathisches Verhalten, indem die Kinder auf das Wohlbefinden des getragenen Kindes achtet und sein Handeln entsprechend anpasst.
Spezifisch: Die Kinder zeigen empathisches Verhalten und nehmen die Perspektive des getragenen Kindes ein.
Messbar: Jedes Kind fragt während des Transports nach dem Wohlbefinden des getragenen Kindes und passt sein Verhalten entsprechend an.
Attraktiv: Das ist für die Kinder umsetzbar und fördert ihre Empathie.
Relevant: Empathie und Perspektivübernahme stärken die soziale Kompetenz und das Einfühlungsvermögen.
Zeitgebunden: Während der Transportphase.
Sicheres Bewegen und Tragen
Die Kinder achten während des Transport auf die Sicherheit indem sie sich koordinieren, sodass sich niemand verletzt.
Spezifisch: Zwei Kinder Kinder tragen ein Kind sicher, ohne Verletzungen zu verursachen.
Messbar: Der Transport erfolgt ohne Zwischenfälle oder Verletzungen.
Attraktiv: Mit entsprechender Anleitung und Aufmerksamkeit erreichbar.
Relevant: Sicherheit ist wesentlich für das Wohlbefinden aller Beteiligten.
Zeitgebunden: Während der Transportphase.
4. Sachanalyse: Auseinandersetzung mit dem Thema
4.1 Inhaltlichen Aspekte und Sachinformationen
Bei der Anwendung des Kooperationsspiels „Personentransport“ möchte ich vor allem vermitteln, dass die Kinder lernen, gemeinsam zu handeln, aufeinander Rücksicht zu nehmen und sich gegenseitig zu helfen. Dabei steht die Kooperation im Vordergrund. Bewegung und Spiel können soziale Fähigkeiten fördern, wie „soziale Sensibilität/Einfühlungsvermögen, Kontakt- und Kooperationsfähigkeit und Toleranz und Rücksichtnahme“. (vgl. Möllers und Krebs, 2023, S. 139) Durch den „Personentransport“ erleben die Kinder, dass sie nur gemeinsam eine Aufgabe lösen können und dass es wichtig ist, auf alle Gruppenmitglieder zu achten, um das Spiel sicher durchzuführen.
„In diesen Kooperationsspielen sind die Teilnehmer gefordert, sich gut aufeinander einzustellen. Voraussetzung für ein gutes Gelingen dieser Übungen ist, dass jeder aufmerksam ist und die Handlungen des anderen verfolgt, um seine eigenen Reaktionen darauf abzustimmen.“ (Möllers und Krebs, 2023, S. 146)
Das ist wichtig, weil diese Aspekte im Alltag ständig eine Rolle spielen. Immer wieder müssen sich Kinder auf andere verlassen und gleichzeitig Verantwortung übernehmen. In der Psychomotorikgruppe können sie das in einer geschützten Umgebung ausprobieren.
„Die Gruppe gibt Gelegenheiten zu einer Vielzahl von Prozessen und Interaktionen zwischen allen Beteiligten. Die Gruppenteilnehmer können soziale Verhaltensweisen erproben und deren Wirkungen erfahren. In der Auseinandersetzung mit Gleichaltrigen entsteht und verändert sich das Selbstbild. So ermöglicht die Psychomotorikgruppe neue Möglichkeiten der Fremd- und Selbstwahrnehmung.“ (Möllers und Krebs, 2023, S. 137).
Um Fragen der Kinder beantworten zu können, brauche ich einige Sachinformationen. Dazu gehören vor allem grundlegende Kenntnisse zur Sicherheit, etwa wie man eine Person richtig trägt, ohne sich selbst oder andere zu verletzen und sich dabei gleichzeitig mit den anderen koordiniert. Auch ist es hilfreich, zu wissen, wie man vorgeht, wenn ein Kind größer oder schwerer ist als die anderen. Hier kann ich erklären, dass man eventuell weitere Hilfe benötigt oder eine andere Tragetechnik ausprobieren muss. Außerdem sollte ich darauf vorbereitet sein, zu erläutern, warum wir die Rollen tauschen, damit alle abwechselnd getragen werden und alle mal Träger sind. So lernen die Kinder sich in andere hineinzuversetzen.
4.2 Methode und fachliche Grundlagen
Als Methode kommt das „psychomotorische Kooperationsspiel“ zum tragen. Die fachlichen Grundlagen für diese Methode beinhaltet, dass Bewegung und Spiel in Gruppen wichtige soziale Lernprozesse anregen. Die Idee ist, dass Kinder, wie schon in Punkt 4.1 erwähnt, in einer sicheren Umgebung ihre Fähigkeiten zu Kooperation, Rücksichtnahme und Verantwortung weiterentwickeln, ohne dass dies künstlich erzwungen wird.
„In diesen Kooperationsspielen sind die Teilnehmer gefordert, sich gut aufeinander einzustellen. Voraussetzung für ein gutes Gelingen dieser Übungen ist, dass jeder aufmerksam ist und die Handlungen des anderen verfolgt, um seine eigenen Reaktionen darauf abzustimmen.“ (Möllers und Krebs, 2023, S. 146)
Durch psychomotorische Kooperationsspiele wie den „Personentransport“ entsteht ein natürliches Umfeld, in dem Kinder lernen, sich gegenseitig zuzuhören, Absprachen zu treffen und ein gemeinsames Ziel zu verfolgen. Dies erfordert auf Seite der ErzieherInnen fachliches Wissen darüber wie man Regeln verständlich formuliert, Sicherheit gewährleistet und die Kinder nicht überfordert. Man muss jedoch unbedingt beachten, dass Erfolg nicht immer garantiert ist.
„Ob dies aber immer der Fall ist und die gewünschten Ziele erreicht werden, muss allerdings auch hinterfragt werden. Durch Bewegungsspiele werden zwar immer soziale Lernprozesse in Gang gesetzt, diese müssen jedoch nicht immer auch zu Rücksichtnahme und Toleranz und damit zu einer Verbesserung der sozialen Kompetenzen führen.“ (Möllers und Krebs, 2023, S. 139)
4.3 Mögliche Tragetechniken
Der Rautek-Griff und der Kreuztragegriff (vgl. feuerwehr-lernbar.bayern, 2024).
5. Die Vorbereitungen des Angebotes
5.1 Wo findet das Angebot statt?
Ich plane die Turnhalle zu nutzen, die die Kinder jeden Mittwoch für den Sportunterricht besuchen. Dort gibt es viele Materialien wie Matten und Sprungkästen, die ich für mein Angebot verwenden kann. Die Turnhalle ist groß und bietet genug Platz, damit die Kinder sich frei bewegen können. Sie ist sicher und eignet sich gut für bewegungsintensive Spiele.
5.2 Aufbau des Angebotes
Für die Gestaltung des Raumes plane ich Matten großflächig als weiche Unterlage auszulegen, was das Verletzungsrisiko beim Heben und Tragen minimiert. Als zusätzliche Elemente lassen sich z.B. Sprungkästen oder Hütchen nutzen, zum Beispiel als Hindernisse, Wegbegrenzungen oder Stationen im Spiel. So wird das Angebot abwechslungsreicher und interessanter für die Kinder. Hier bietet sich auch eine Möglichkeit der Partizipation der Kinder, indem sie sich selber Parcours ausdenken und gestalten.
6. Verlaufsplanung
6.1 Einstieg (Zeit: 15 Minuten): Hinführung zum Thema
Geplanter Verlauf und Gesprächsvorbereitung:
Am Anfang möchte ich die Kinder neugierig machen. Ich frage: “Habt ihr schon einmal jemanden getragen oder wurdet ihr schon einmal getragen? Wie hat sich das für euch angefühlt?” Dadurch sprechen wir über ihre Erfahrungen und schaffen eine Verbindung zum Thema. Ich erkläre den Kindern, dass wir heute ein interessantes Spiel spielen werden. Wir werden gemeinsam herausfinden, wie wir zusammen ein Kind sicher von einem Ort zum anderen transportieren können. Ich betone, dass Zusammenarbeit und Rücksichtnahme wichtig sind, dass wir dabei viel Spaß haben werden, aber niemand der nicht möchte, an dem Angebot teilnehmen muss, wenn er sich nicht gut dabei fühlt getragen zu werden oder andere Kinder tragen zu müssen. Um ihnen einen kurzen Überblick zu geben, sage ich: “Wir werden zusammen einen Parcours aufbauen. Ihr könnt mitbestimmen, wie der Parcours aussehen soll. Danach überlegen wir gemeinsam, wie wir ein Kind sicher tragen können, und probieren es aus.” Ich leite in den Hauptteil über, indem ich sage: “Lasst uns jetzt anfangen und den Parcours gemeinsam aufbauen!”.
Pädagogische Begründung:
Dadurch, dass ich betone, dass die Teilnahme freiwillig ist, gebe ich den Kindern gemäß dem didaktischen Prinzip der Freiwilligkeit (vgl. Dasenbrock, Dietrich, Fröhlich, 2022, S. 96) die Möglichkeit selbst zu entscheiden ob sie das Angebot annehmen wollen oder nicht. Durch das Ansprechen persönlicher Erfahrungen fördere ich die emotionale Beteiligung der Kinder und wecke ihr Interesse. Die Kinder können sich gemäß dem Prinzip der Partizipation (vgl. Dasenbrock, Dietrich, Fröhlich, 2022, S. 94) einbringen und fühlen sich ernst genommen. Die gemeinsame Planung stärkt ihre Selbstständigkeit und fördert ihre sozialen Kompetenzen. Indem ich ihnen vorher einen Überblick vermittle, gebe ich ihnen Sicherheit und Orientierung. Für den Einstieg sind keine speziellen Materialien nötig.
6.2 Hauptteil (Zeit: 20-30 Minuten): Durchführung des Angebots
Geplanter Verlauf und Gesprächsvorbereitung:
Wir beginnen damit, gemeinsam die Matten in der Turnhalle auszulegen. Ich frage die Kinder: “Wo sollen wir die Matten hinlegen, damit wir genug Platz haben?” Dann stellen wir die Sprungkästen und Hütchen auf. Die Kinder dürfen selbst mitbestimmen, wie der Parcours aufgebaut sein soll. Ich ermutige sie: “Habt ihr Ideen, wie wir den Parcours spannend gestalten können?” Nachdem der Parcours steht, erkläre ich den Kindern den Ablauf des Spiels. Ich sage: “Wir werden jetzt in kleinen Gruppen zusammenarbeiten und ein Kind sicher durch den Parcours tragen. Worauf müssen wir dabei achten?” Wir besprechen wichtige Regeln wie Sicherheit und Rücksichtnahme. Ich lasse die Kinder ihre eigenen Lösungen finden und fördere ihre Eigenständigkeit. Bei Bedarf gebe ich Impulse: “Wie könnt ihr das Kind am besten halten? Möchtet ihr vielleicht eine andere Position ausprobieren?” Ich achte darauf, den Bedürfnissen und Ideen der Kinder Raum zu geben. Sollten Schwierigkeiten auftreten, unterstütze ich die Kinder mit Fragen: “Was könnten wir ändern, damit es besser klappt?” Ich beende den Hauptteil, indem ich die Kinder bitte, den Parcours gemeinsam mit mir abzubauen.
Pädagogische Begründung:
Durch das gemeinsame Aufbauen des Parcours fördere ich gemäß der didaktischen Prinzipien (vgl. Dasenbrock, Dietrich, Fröhlich, 2022, S. 94) die Partizipation und Selbstständigkeit der Kinder. Sie können ihre Ideen einbringen und lernen, Verantwortung zu übernehmen. Die Aktivität stärkt ihre motorischen Fähigkeiten und sozialen Kompetenzen. Indem ich ihnen erlaube, eigene Lösungen zu finden, fördere ich ihre Kreativität und Problemlösefähigkeit gemäß dem didaktischen Prinzip der Selbsttätigkeit (vgl. Dasenbrock, Dietrich, Fröhlich, 2022, S. 94).
Medien und Materialien:
- Matten
- Sprungkästen
- Hütchen
6.3 Abschluss (Zeit: 15 Minuten): Reflexion und Abschluss
Geplanter Verlauf und Gesprächsvorbereitung:
Ich leite den Abschluss ein, indem ich die Kinder frage: “Wie hat euch das Spiel gefallen? Was ist euch besonders gut gelungen?” Wir setzen uns im Kreis zusammen und tauschen unsere, hoffentlich positiven, Erfahrungen aus. Ich fasse die wesentlichen Bildungserfahrungen zusammen: “Ihr habt heute gezeigt, wie gut ihr zusammenarbeiten könnt. Ihr habt miteinander gesprochen, euch abgestimmt und seid vorsichtig miteinander umgegangen.” Ich gebe der Gruppe ein positives Feedback: “Ich habe gesehen, wie ihr aufeinander geachtet und euch geholfen habt. Das war wirklich toll!” Um einen runden Abschluss zu erreichen, frage ich: “Habt ihr Lust, so etwas in Zukunft wieder zu machen? Oder habt ihr andere Ideen für gemeinsame Spiele?” Für den Fall, dass das Ergebnis weniger positiv ausfallen sollte, kann man versuchen zusammen mit den Kindern zu ergründen was genau schief gelaufen ist und welche Gründe dies haben könnte. Zusätzlich kann man versuchen einen Plan mit den Kindern auszuarbeiten um den gleichen Probleme beim nächsten Mal nicht wieder zu begegnen.
Pädagogische Begründung:
Die Reflexion hilft den Kindern, das Erlebte zu verarbeiten und ihre Lernfortschritte zu erkennen. Das positive Feedback stärkt ihr Selbstvertrauen und motiviert sie für zukünftige Aktivitäten. Der gemeinsame Abschluss fördert den Gruppenzusammenhalt und gibt den Kindern ein gutes Gefühl. Für den Abschluss sind ebenfalls keine speziellen Materialien nötig.
Quellenangaben
- 2024, feuerwehr-lernbar.bayern, Ausbilderleitfäden→Modulare Truppenausbildung→Ergänzungsmodule→ E01 Retten aus dem Gefahrenbereich, Verfügbar unter: IB_Rautek-Griff.pdf IB_Kreuztragegriff.pdf
- 2024, Hamburger Bildungsleitlinien für die pädagogische Arbeit in Kitas. Verfügbar unter: https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/sozialbehoerde/themen/familie/kinderbetreuung/fachinformationen/bildungsleitlinien-35200
- Dasenbrock, Frauke; Dietrich, Daniela; Fröhlich, Christoph. 2022, Erzieherinnen und Erzieher Band 2, 2. Auflage, 5. Druck, 2020 Cornelsen Verlag GmbH, Berlin
- Möllers, Josef und Krebs, Stefan, 2023, Psychomotorik: Heilerziehungspflege und Heilpädagogik [E-Book]. 6. Auflage. Köln: Westermann Berufliche Bildung GmbH. Verfügbar unter: https://www.westermann.de.
- Reiche, Nicole. 2024, Stufen der kognitiven Entwicklung.