Allgemeine Informationen
- Die Klausur findet am kommenden Dienstag als Moodletest im Computerraum S5-224 (2. Stock, GebÀude 5) statt, bitte Webuntis checken!!!
- Ihr arbeitet an stationÀren Rechnern, es wird nicht handschriftlich geschrieben.
- Wer Nachteilsausgleich (NTA) braucht, muss das Ole spÀtestens bis Sonntag melden, damit die zusÀtzliche Zeit eingeplant werden kann.
- Der Zeitrahmen ist so gesetzt, dass alle, auch mit Zeitaufschlag, in den ersten beiden Stunden fertig werden.
- Auf Wunsch dĂŒrft ihr Ohrstöpsel / LĂ€rmschutz mitbringen. Tastaturen sind aber recht leise.
- Falls ihr eine von diesen portablen TrennwĂ€nden / Abschirmungen braucht, sagt bescheid, Ole kĂŒmmert sich. Vorausgesetzt, es sind nicht zuviele, die Dinger sind begrenzt.
- Der Test enthÀlt drei Aufgaben:
â1. Freitext-Aufgabe (ca. 7â8 SĂ€tze).
â2. Freitext-Aufgabe (ebenfalls ca. 7â8 SĂ€tze).
â3. Multiple-Choice-Aufgabe. - In Moodle könnt ihr frei zwischen den Seiten springen, solange ihr nicht abgebt.
- Operatoren sind ganz normale Schul-Operatoren wie nennen, beschreiben, erklÀren, erlÀutern, keine exotischen Formulierungen.
- Wenn ihr eine Formulierung nicht versteht, fragt wÀhrend der Klausur nach.
Fachlicher Schwerpunkt fĂŒr Dienstag
Werte und Normen
Ihr mĂŒsst Begriffe in eigenen Worten definieren und voneinander abgrenzen können.
Zusammenhang zwischen Werten und Normen:
- Werte sind Leitvorstellungen (Ideale), die Verhalten motivieren.
- Normen konkretisieren Werte; sie sind âGebrauchsanweisungenâ, machen Verhalten verbindlich und können sanktioniert werden.
Funktionen von Werten / Normen fĂŒr das Zusammenleben:
- Orientierung geben (Was ist richtig / falsch?).
- Gemeinschaft schaffen und IdentitÀt stiften.
- Konflikte vorbeugen bzw. Regeln zum Lösen bieten.
- Legitimation fĂŒr Gesetze und soziale Regeln liefern.
Ebenen, auf denen Werte auftreten können â ihr sollt Beispiele bilden können:
â1. Individuelle Ebene (einzelne Person).
â2. Gruppenebene (Familie, Freundeskreis, Verein âŠ).
â3. Gesellschaftsebene (breiter gesellschaftlicher Konsens, Kulturkreis).
Shell-Jugendstudie (19., Herbst 2024) â Wesentliche Trends kennen:
- Jugendliche nennen aktuell Sicherheit / StabilitÀt als oberstes Lebensziel (finanzielle Sicherheit, Frieden, verlÀssliche Zukunft).
- Enge soziale Beziehungen sind weiter sehr wichtig (Familie, feste Partnerschaft, Freundschaften).
- Klima- und Umweltschutz bleibt bedeutsam, hat aber gegenĂŒber 2019 etwas an Rang verloren, weil Krieg und Krisen prĂ€senter sind.
- Individuelle Selbstverwirklichung (Freiheit, persönliche Entfaltung) folgt hinter den Sicherheits- und Beziehungswerten.
- Vertrauen in Demokratie und Institutionen wird im Vergleich zu frĂŒher stĂ€rker von der Frage bestimmt, ob Politik Sicherheit gewĂ€hrleistet.
Ihr solltet erklÀren können, warum sich Wertetrends in kurzer Zeit verschieben (z. B. Krieg in Europa, Pandemie, mediale PrÀsenz von Krisen).
Welche Themen kommen nicht als Schwerpunkt dran?
PĂ€dagogische Ăbertragung (Wie vermittle ich Werte in Kita, Jugend- oder Sozialarbeit?), wird höchstens am Rand gestreift.
Detailtiefe zu Entwicklungspsychologie (Erikson, Marcia, Lern- und Entwicklungsfaktoren), keine Punkteverluste, wenn ihr das nicht einbaut.
AusfĂŒhrliche Diskussion der Shell-Studie-Methodik (Interviewformen, Statistik), nicht prĂŒfungsrelevant.
Der frĂŒhere Exkurs zu Wahlprogrammen / Parteien ist explizit nicht Teil der Klausur.
Was ihr bis Dienstag sicher könnt
- Begriffe Wert und Norm klar und einfach erklÀren.
- Werte sind dasjenige, was positiv oder negativ das Streben der Menschen leitet oder leiten soll. D.h. Werte bzw. Wertungen gehen in das MotivgefĂŒge ein und liefern Leitvorstellungen fĂŒr das Handeln.
- Normen sind mehr oder weniger verbindliche Verhaltensvorschriften und -erwartungen, die bestimmen, wie die Werte einer Gesellschaft oder Gruppe zu erfĂŒllen und zu befolgen sind, und so das Tun und Lassen der Mitglieder dieser Gesellschaft oder Gruppe regulieren.
- Mindestens drei typische Funktionen von Werten und Normen nennen.
- Orientierung geben â Werte sagen uns, was âgutâ oder âwichtigâ ist, Normen ĂŒbersetzen das in konkrete Verhaltensregeln. So wissen wir, wie wir uns in einer Situation richtig verhalten.
- Gemeinschaft und IdentitĂ€t stiften â Wenn viele Menschen dieselben Werte teilen, fĂŒhlen sie sich zugehörig (Familie, Clique, ganze Gesellschaft). Das stĂ€rkt Zusammenhalt und ein gemeinsames âWir-GefĂŒhlâ.
- Konflikte vorbeugen und regeln â Klare Normen legen fest, was erlaubt ist und was nicht. Wer dagegen verstöĂt, muss mit Sanktionen rechnen. Das verhindert viele Streitereien oder hilft, sie fair zu lösen.
- Legitimation und BegrĂŒndung von Ordnung â Werte liefern den âmoralischen Grundâ dafĂŒr, warum Gesetze, Institutionen oder AutoritĂ€ten akzeptiert werden sollen (etwa âGerechtigkeitâ begrĂŒndet ein Steuersystem).
- Soziale Kontrolle / Vorhersagbarkeit â Weil Normen genau sagen, was erlaubt ist und was nicht, werden Handlungen berechenbar. Das erleichtert Planung â im Alltag wie in der Politik â und macht Zusammenleben sicherer.
- Motivation und Sinnstiftung â Ein Wert wie âHilfsbereitschaftâ oder âLeistungâ spornt Menschen an, Ziele zu verfolgen. Er gibt ihrem Tun einen Sinn, der ĂŒber reine BedĂŒrfnisbefriedigung hinausgeht.
- Weitergabe und Sozialisation â Ăber Familie, Schule, Medien usw. werden Werte an die nĂ€chste Generation vermittelt. So bleibt eine Kultur oder Gesellschaft handlungsfĂ€hig, auch wenn ihre Mitglieder wechseln.
- StabilitĂ€t â aber auch Wandel ermöglichen â Geteilte Werte stabilisieren das Bestehende; wenn viele Menschen neue Werte betonen (z. B. Umweltschutz), stoĂen sie gesellschaftlichen Wandel an.
- Ein Beispielwert (z. B. Gerechtigkeit) auf alle drei Ebenen durchspielen.
- Positiv bewertete Werte
- 1. Respekt
- Individuelle Ebene â Ich erkenne an, dass andere Menschen WĂŒrde, eigene Grenzen und Meinungen haben, und behandle sie entsprechend achtsam.
- Gruppenebene â In meiner Klasse, im Team oder in der Familie zeigen wir Respekt, indem wir einander ausreden lassen, Kritik freundlich Ă€uĂern und Aufgaben fair verteilen.
- Gesellschaftsebene â Eine respektvolle Gesellschaft schĂŒtzt Minderheiten, fördert höfliche Debatten und verankert MenschenwĂŒrde in Verfassung, Schulgesetz oder Strafrecht.
- 2. SolidaritÀt
- Individuelle Ebene â Ich fĂŒhle mich mit Betroffenen verbunden und bin bereit, freiwillig Zeit, Geld oder Kraft zu teilen, wenn jemand Hilfe braucht.
- Gruppenebene â Eine Sport- oder Lerngruppe springt fĂŒreinander ein: Wer verletzt oder ĂŒberlastet ist, bekommt UnterstĂŒtzung, ohne dafĂŒr âbezahlenâ zu mĂŒssen.
- Gesellschaftsebene â SolidaritĂ€t zeigt sich in Sozialsystemen (Kranken-, Renten-, Arbeitslosenversicherung) und in öffentlichen Hilfsfonds nach Katastrophen.
- 3. Ehrlichkeit
- Individuelle Ebene â Ich sage die Wahrheit, auch wenn es peinlich ist, und stehe zu Fehlern.
- Gruppenebene â In Freundeskreis oder Kollegium herrscht eine offene Kommunikationskultur: Keine Intrigen, man spricht Probleme direkt an.
- Gesellschaftsebene â Ehrlichkeit wird durch TransparenzÂpflichten, unabhĂ€ngige Presse und Strafbarkeit von Betrug politisch gestĂŒtzt.
- 1. Respekt
- Negativ bewertete Werte
- 1. Egoismus
- Individuelle Ebene â Eigene WĂŒnsche stehen jederzeit ĂŒber den BedĂŒrfnissen anderer; RĂŒcksichtnahme gilt als Zeitverschwendung.
- Gruppenebene â In einer Gruppe fĂŒhrt Egoismus zu âJeder kĂ€mpft fĂŒr sichâ: gemeinsame Projekte scheitern, weil niemand Aufgaben teilen will.
- Gesellschaftsebene â Wenn Egoismus dominiert, sinkt Bereitschaft zu Steuern, Ehrenamt oder Umweltschutz; soziale Kluft und Misstrauen wachsen.
- 2. Intoleranz
- Individuelle Ebene â Ich lehne Menschen ab, nur weil sie anders denken, glauben oder aussehen, und vermeide Kontakt.
- Gruppenebene â Eine Clique grenzt âFremdeâ aus, verspottet Dialekte, Religionen oder IdentitĂ€ten und duldet keine abweichenden Meinungen.
- Gesellschaftsebene â Intoleranz mĂŒndet in Diskriminierungsgesetze, Hetze, eventuell Gewalt gegen Minderheiten und bedroht demokratische Vielfalt.
- 3. Gewaltbereitschaft
- Individuelle Ebene â Ich halte körperliche oder verbale Aggression fĂŒr ein legitimes Mittel, um mich durchzusetzen.
- Gruppenebene â Gewaltbereite Gruppen (z. B. Hooligans, extremistische Zellen) definieren StĂ€rke ĂŒber EinschĂŒchterung und riskieren Eskalation.
- Gesellschaftsebene â Hohe Gewaltbereitschaft erzeugt KriminalitĂ€t, politisch motivierte Ăbergriffe oder Kriege und zwingt den Staat zu hohen Sicherheitskosten.
- 1. Egoismus
- Positiv bewertete Werte
- Die aktuell wichtigsten Jugendwerte laut Shell-Studie benennen und je einen Satz zur gesellschaftlichen Bedeutung formulieren.
- Gute Freunde (96 %) â Weil fast alle Jugendlichen echte Freundschaften als Lebensziel nennen, wĂ€chst ein starkes soziales Netz aus gegenseitiger Anerkennung, das fördert Zusammenhalt und hilft der Gesellschaft, Krisen solidarischer zu bewĂ€ltigen.
- Vertrauensvolle Partnerschaft (94 %) â Der Wunsch nach verlĂ€sslichen Liebesbeziehungen stĂŒtzt dauerhafte Paar- und Familienstrukturen und macht gegenseitiges Vertrauen zu einer gesellschaftlichen Norm, auf der faire Rollenteilung und stabile Lebensplanung aufbauen können.
- Gutes Familienleben (92 %) â Die anhaltend hohe Bedeutung der Familie zeigt, dass Politik und Wirtschaft weiter RahmenÂbedingungen fĂŒr Kinderwunsch, Vereinbarkeit und partnerschaftliche Aufteilung der Haus- und Erwerbsarbeit schaffen mĂŒssen.
- Sicherheit (87 %) â Wenn Jugendliche Sicherheit so hoch einstufen, steigt der Druck auf Staat und Institutionen, Frieden, soziale Absicherung und verlĂ€ssliche Zukunftsperspektiven zu garantieren â ein zentrales Fundament demokratischer StabilitĂ€t.
- Gesund leben (85 %) â Das starke Gesundheitsbewusstsein lenkt Konsum, Freizeit und Bildung in Richtung PrĂ€vention und Fitness und macht Investitionen in öffentliche GesundheitsÂvorsorge und AufklĂ€rung gesamtÂgesellschaftlich lohnend.
- Vielfalt respektieren (83 %) â Die breite WertschĂ€tzung von Toleranz sichert ein offenes, pluralistisches Miteinander, mindert Diskriminierung und bildet eine wichtige Bastion gegen extremistische oder ausgrenzende Strömungen.
- Kurze Freitexte strukturiert schreiben: klare Einleitung, Beispiele, knapper Schluss.
Alles Wichtige steht auch im Moodle-Kurs, dort findet ihr die offiziellen Definitionen. Ihr mĂŒsst sie nicht wortwörtlich lernen, aber inhaltlich korrekt wiedergeben können.