1. Praktikum (Kita Panini)

Kinder in ihrer Lebenswelt verstehen und Beziehungen zu ihnen entwickeln

Wahrnehmen / Erleben

Wahrnehmendes Beobachten in der Kita Panini Ich habe einen Jungen in einer Bastelsituation beobachtet. Sein Verhalten wirkte ambivalent: Einerseits sagte er „Ich kann das nicht“ und hat regelmäßig abgebrochen, andererseits suchte er immer wieder Unterstützung um weitermachen zu können. Während der gesamten Aktivität wurde deutlich, wie wichtig ihm das Fertigstellen des gebastelten Handys war. Durch das wahrnehmende Beobachten sind seine Unsicherheit hervorgetreten und sein gleichzeitig starker Wunsch zum Weitermachen. Das hat geholfen, seine Bedürfnisse besser zu verstehen.

Verstehen / Analysieren

Genannter Junge bastelte ein Handy aus Pappe. Er sagte oft „Ich kann das nicht“ und bat ständig um Hilfe, anstatt selbst weiterzumachen. Dabei wirkte er schnell frustriert und schien wenig Interesse am eigentlichen Basteln zu haben, sondern nur am fertigen Ergebnis. Er brauchte viel Bestätigung und Nähe, um dranzubleiben. Aus Sicht der Erzieher:innen fiel auf, dass er ähnliche Schwierigkeiten auch in anderen Situationen hat. Er möchte am liebsten immer sofort ein Ergebnis haben und nimmt dabei wenig Rücksicht auf andere Kinder. Das zeigt sich zum Beispiel darin, dass er Dinge einfach nimmt oder Konflikte auslöst, wenn er seinen Willen nicht bekommt. Insgesamt zeigt der Junge wenig Frustrationstoleranz und hat Schwierigkeiten, sich auf den Prozess einer Tätigkeit einzulassen.

2. Praktikum (Juca Altona)

Kinder in ihrer Lebenswelt verstehen und Beziehungen zu ihnen entwickeln

Wahrnehmen / Erleben

Uns ist der ausgeprägte Bewegungsdrang der Jugendlichen und ihr Bedürfnis, selbst über ihre Aktivitäten zu bestimmen, deutlich geworden.

Verstehen / Analysieren

Daraus kann man schließen, dass Selbstbestimmung und körperliche Aktivität zentrale Bedürfnisse der Kinder sind und es sinnvoll ist, wenn wir genau diese Freiräume ermöglichen.

Entscheiden / Planen

Trotz potenzieller, aber geringer Risiken, haben wir uns auf ausdrücklichen Wunsch der Kinder dazu entschieden, den Vormittag im benachbarten Skatepark zu verbringen.

Umsetzen / Interagieren

Im Skatepark haben wir den Kindern mehr oder weniger freie Hand gelassen sich auszuprobieren und haben lediglich auf ihre Sicherheit geachtet. Wir sind als ansprechbare Begleitpersonen präsent gewesen, aber im Hintergrund geblieben und haben auf Wunsch Hilfestellung geleistet.

Entwicklungs und Bildungsprozesse unterstützen und fördern

Wahrnehmen / Erleben

In der Maker-Werkstatt wurde deutlich, wie neugierig die Kinder mit 3D-Druckern und den Lötstationen experimentiert haben und wieviel Spaß sie daran hatten.

Verstehen / Analysieren

Solche angeleiteten, aber offenen Angebote können starke Selbstwirksamkeitserlebnisse erzeugen.

In Netzwerken kooperieren und Übergänge gestalten

Wahrnehmen / Erleben

Die Kooperation zwischen den Schulen und dem Juca Altona bzw. movego Jugendhilfe. Und die Zusammenarbeit mit z.B. 105 Viertel (Makerwerkstatt).

Verstehen / Analysieren

Das hat mir gezeigt, dass solche Kooperationen Lernräume erweitern und das Ferienprogramm interessanter und pädagogisch wertvoller machen können.

Umsetzen / Interagieren

Wir haben die Jugendlichen begleitet und vor Ort mit der zuständigen Fachkraft für eine sichere, selbstbestimmte Teilnahme gesorgt.

3. Praktikum (Elbkinder Kita Eulenstraße)

Kinder in ihrer Lebenswelt verstehen und Beziehungen zu ihnen entwickeln

Wahrnehmen / Erleben

Ich habe sehr schnell wahrgenommen, wie stark einzelne Kinder Beziehung und Nähe suchen. Ein Junge in der Gruppe hat sich sehr schnell eng an mich gebunden und mich ständig zum Spielen aufgefordert. Ein weiteres Kind hat früh körperliche Nähe gesucht, ist auf meinen Schoß geklettert und wollte kuscheln. Ich habe außerdem den starken Bewegungsdrang der Gruppe, besonders am 12.08. deutlich erlebt, weil der Gruppenraum dafür eigentlich zu klein war.

Verstehen / Analysieren

Ich habe verstanden, dass mein verlässliches Dasein und mein Mitspielen für einige Kinder eine wichtige emotionale Sicherheit hergestellt haben. Gleichzeitig habe ich erkannt, dass der hohe Bewegungsdrang kein „Stören“ ist, sondern ein Bedürfnis, das passende Rahmenbedingungen braucht. In der Situation mit dem Kind, das von Gewalt zu Hause betroffen sein könnte, habe ich die auffälligen Signale und die starke Angstreaktion als ernstes Warnzeichen eingeordnet.

Entscheiden / Planen

Ich habe entschieden, Beziehung vor allem über Spiel und Präsenz aufzubauen und mich aktiv in die Angebote der Kinder einbinden zu lassen. In einer Situation habe ich mich dafür entschieden, eine Teilgruppe nach draußen zu begleiten, um Spannung im Raum zu reduzieren und den Kindern Bewegungsraum zu geben.

Umsetzen / Interagieren

Ich habe viel Zeit im Sandkasten und im Rollenspiel verbracht, Verstecken gespielt und mich als zugewandter Spielpartner gezeigt. Ich habe Nähe zugelassen, aber zugleich beobachtet, wie viel Nähe das jeweilige Kind sucht und braucht und versucht trotzdem eine professionelle Distanz zu bewahren.

Evaluation und Reflexion

Die Kinder haben mich schnell akzeptiert und aktiv integriert und ich habe gemerkt, dass Bindung in dieser Gruppe stark über gemeinsames Tun entsteht. Gleichzeitig sehe ich es kritisch, dass im Teamalltag wenig Raum für gezielte pädagogische Beziehungsgestaltung blieb und Kinder teilweise eher „mitlaufen“ als begleitet werden. Die Spannungen innerhalb des Teams und zwischen den verschiedenen Gruppen haben mich stark irritiert und ich hatte das Gefühl, dass dadurch viel an Potential verloren geht, weil man nicht miteinander arbeitet, sondern gegeneinander.

Prozesse unterstützen und fördern

Wahrnehmen / Erleben

Ich habe erlebt, dass die Kinder in Innenräumen schnell an Grenzen stoßen, wenn Bewegung fehlt. Ich habe auch gesehen, dass kleine, einfache Angebote sofort greifen können, zum Beispiel Lego-Turmbau, Basteln (Monster-Pappteller) oder später der Bewegungsraum. Beim Besuch auf dem Apfelhof habe ich die hohe Motivation und Ausdauer der Kinder beim Pflücken unmittelbar miterlebt.

Verstehen / Analysieren

Ich habe verstanden, dass in dieser Woche oft weniger „Projektarbeit“ möglich war, aber dass Förderung auch über Alltagshandlungen, Materialangebote und Bewegungsgelegenheiten passieren kann. Beim Lego-Angebot war für mich sichtbar, wie leicht sich Kooperation, Frustrationstoleranz und Problemlösen anbahnen lassen, wenn die Aufgabe klar ist. Beim Apfelpflücken habe ich erkannt, dass Naturerfahrungen und echte Tätigkeiten eine starke Lern- und Sinnkomponente haben.

Entscheiden / Planen

Als eine Kollegin mich um ein spontanes Angebot bat, habe ich mich für eine einfache, sofort umsetzbare Bauaufgabe entschieden, weil Material vorhanden war und sie ohne lange Vorbereitung funktioniert. An einem heißen Tag, habe ich mitentschieden, Belastung zu reduzieren und geeignete Innenräume zu nutzen. Bei Ausflügen wie Apfelhof oder Zirkus ist erkennbar, dass der Rahmen (wer darf mit, wie viele Kinder, Aufsicht) stark die pädagogische Qualität beeinflusst und hier mehr miteinander kommuniziert werden muss.

Umsetzen / Interagieren

Ich habe mit den Kindern Lego gebaut, Ziele gemeinsam gesetzt (möglichst hoher Turm) und sie beim Dranbleiben unterstützt. Im Außenbereich habe ich Spielprozesse begleitet, ohne sie zu stark zu steuern, und damit Erholung und Bewegung ermöglicht. Beim Apfelhof habe ich die Kinder beim Pflücken begleitet und mit dafür gesorgt, dass jedes Kind Erfolgserlebnisse haben konnte und etwas mit nach Hause nehmen konnte.

Evaluation und Reflexion

Ich sehe, dass kurze, niedrigschwellige Angebote in angespannten Situationen sehr wirksam sein können, weil sie sofort Struktur geben. Gleichzeitig reflektiere ich, dass Ausflüge wie Ikea oder Baumarkt in deiner Beschreibung kaum als kindorientierter Lernprozess angelegt waren, weil Beteiligung und echte Aufgaben für Kinder fehlten. Für mich bleibt als Lernpunkt, dass Förderung in solchen Settings besonders davon abhängt, ob Kinder aktiv beteiligt werden oder nur „dabei sind“.

Gruppenpädagogisch handeln

Wahrnehmen / Erleben

Ich habe Spannungen im Gruppenraum wahrgenommen, als ein älteres Kind andere stark herumkommandiert hat. Ich habe außerdem erlebt, wie schnell Stimmung kippt, wenn viele Kinder auf engem Raum sind und Bewegungsdruck entsteht. Ich habe auch positive Gruppenerfahrungen gesehen, etwa beim gemeinsamen Draußenspiel oder beim Abschiedstag mit Kuchen und Eis.

Verstehen / Analysieren

Ich habe verstanden, dass Rollen in der Gruppe sehr schnell entstehen und dass Dominanzverhalten Konflikte auslösen kann, wenn es keinen Rahmen gibt. Ich habe außerdem erkannt, dass räumliche Bedingungen und Tagesstruktur unmittelbar auf Gruppenklima wirken. Bei den Ausflügen war für mich sichtbar, dass Gruppengrenzen und Absprachen zwischen Gruppen stark auf die Kinder zurückwirken, auch wenn sie die Hintergründe nicht kennen.

Entscheiden / Planen

Ich habe entschieden, in der angespannten Situation eine Gruppe nach draußen zu nehmen, um Eskalation zu vermeiden und den Kindern einen passenden Raum zu geben. Ich habe außerdem bewusst die Gelegenheit genutzt, Namen zu lernen, um Kinder gezielter ansprechen und Gruppenprozesse besser steuern zu können. Beim Zirkus-Tag wird deutlich, wie wichtig klare, früh abgestimmte Regeln zur Gruppenzusammensetzung sind, damit Aufsicht und Erlebnisqualität gesichert bleiben.

Umsetzen / Interagieren

Ich habe durch das Mitnehmen der größeren Kinder in den Hof praktisch deeskaliert und den Fokus wieder auf Bewegung und Spiel gelegt. Ich habe mich in Spielprozesse eingebracht und damit Zugehörigkeit unterstützt, ohne einzelne Kinder zu bevorzugen. Am letzten Tag habe ich Übergänge emotional gestaltet, indem ich Abschied bewusst positiv gerahmt habe (gemeinsamer Moment, Kuchen, Eis).

Evaluation und Reflexion

Ich nehme mit, dass räumliche Entzerrung und klare, einfache Struktur sofort auf Gruppenruhe wirken können. Gleichzeitig ist mir aufgefallen, dass Teamstimmung und Absprachen zwischen Kolleg:innen (zum Beispiel beim Zirkus) indirekt das Gruppenerleben der Kinder prägen. Der gelungene Abschied zeigt mir, dass Beziehung und Gruppenbindung trotz schwieriger Rahmenbedingungen tragfähig aufgebaut werden können.

Institution und Team entwickeln

Wahrnehmen / Erleben

Ich habe wahrgenommen, dass im Team viel über Kolleg:innen gesprochen wurde und das nicht immer konstruktiv wirkte. Ich habe erlebt, dass Kolleg:innen selbst die Situation als suboptimal beschreiben und dass pädagogische Planung im Alltag wenig Platz hat.

Verstehen / Analysieren

Ich habe verstanden, dass die Umstellung vom offenen Konzept auf Gruppen neue Abstimmungsprobleme erzeugt, zum Beispiel bei Essensslots, und dass das zusätzlichen Druck ins System bringt. Ich habe außerdem erkannt, dass Teamkultur (Beschwerden, Konflikte zwischen Gruppen, Handy-Nutzung) direkt die Qualität der pädagogischen Präsenz beeinflusst.

Entscheiden / Planen

Ich habe für mich entschieden, diese Beobachtungen ernst zu nehmen und sie als Hinweise auf strukturelle Themen zu betrachten, nicht als Einzelfälle. Ich sehe die Entscheidung der Einrichtung, zunächst nur Anwesenheit digital zu verwalten, als bewusstes Vorgehen zur schrittweisen Implementierung. Zum Thema Ausflüge (Ikea, Baumarkt) erkenne ich Planungsbedarf bezüglich Kinderbeteiligung und pädagogischer Zielsetzung und diese vorab klarer im Team zu definieren.

Umsetzen / Interagieren

Ich habe im Alltag verlässlich mitgetragen, wo es um Betreuung, Struktur und Spielbegleitung ging, auch wenn wenig Raum für ausgearbeitete Angebote war. Ich habe mich situationsbezogen eingebracht, wenn schnelle Lösungen gefragt waren, zum Beispiel beim spontanen Lego-Angebot.

Evaluation und Reflexion

Mir ist aufgefallen, dass Rahmenbedingungen und Teamklima wiederholt als limitierende Faktoren zu betrachten sind. Besonders kritisch bewerte ich Situationen, in denen Erzieher durch Handy-Nutzung oder interne Themen weniger verfügbar waren, weil das Vorbildwirkung und Beziehungsarbeit schwächt.